Maniküre selber machen – DIY-Tipps für die Hand- und Nagelpflege

Egal ob wir mit der U-Bahn oder mit dem Auto zur Arbeit fahren, gerade jetzt im Herbst sind die Temperaturunterschiede extrem. Unsere Hände sind täglich Hitze, Kälte, trockener Heizungsluft, Schmutz und weiteren Umwelteinflüssen ausgesetzt. Im Haushalt beim Putzen und Aufwaschen kommen sie meist direkt mit „Chemie“ in Berührung und auch bei der Gartenarbeit verbringen sie wahre Wunder. Doch all dies beeinflusst und beansprucht unsere Hände sehr. Vor allem wenn wir uns überlegen, dass die Haut unsere Hände noch viel sensibler ist, als unsere Gesichtshaut.

Die Pflege unserer Hände ist unerlässlich!

Kurz zum Aufbau der Haut unserer Hände. Die Haut unserer Handrücken ist genau so empfindlich wie unsere Gesichtshaut, wenn nicht sogar noch sensibler. Sie hat nur wenige Talgdrüsen, kaum Fettgewebe in den unteren Hautschichten und auch die Zeichen der Zeit sind hier besonders schnell zu erkennen. Die Innenflächen haben überhaupt keine Talgdrüsen! Zwar haben wir, im Vergleich zu unserem restlichen Körper, mehr Schweißdrüsen in der Innenhand, doch leider fehlen uns dort die kleinen Helferchen, die für die Speicherung der Feuchtigkeit verantwortlich sind. Kurz um: Pflege ist das A und O für schöne Hände!

Maniküre-Set für Zuhause

Ich war bisher genau einmal bei der Maniküre. Ja genau, einmal. Ich habe damals eine klassische Maniküre gebucht und das Endergebnis war gut, aber nicht so wahnsinnig toll, dass ich da noch einmal hingehen müsste. Das Tollste damals war die Handmassage! Jedenfalls ist es ganz einfach, selber eine Maniküre zu machen. Am besten du hast alle Utensilien, die du brauchst, schon vorher in greifbarer Nähe. Folgende Produkte benutze ich für meine Nagelpflege:

  • eine Schüssel mit warmen Wasser und einer kleinen Handbürste
  • Handtuch
  • Nagellackentferner mit Wattepads (falls notwendig Ohrenstäbchen)
  • Rosenstäbchen oder auch Manikürstäbchen genannt (incl. Feilspitze)
  • verschiedene Feilen: grobe, feine und Polierfeilen
  • Nagelhautentferner-Gel
  • Hufstäbchen zusammen mit einem Nagelhautzuschneider
  • Olivenöl in einer Schüssel (etwas erwärmt) und ein paar Kosmetiktücher
  • Nagelwachs für brüchige und weiche Nägel
  • Hochglanzpolierfeile
  • Handcreme
  • (pflegenden Unterlack, Nagellack, schützenden Überlack)

Hand- und Nagelpflege selber machen – los geht´s

Bevor du mit der Pflegeroutine startest, empfehle ich dir noch 2 kleine Tipps. Um noch mehr da Spa-Erlebnis bei dir zu wecken, machst du am besten entspannte Musik an und nicht zu vergessen, Kerzen, ich liebe Kerzen. Am besten wäschst du deine Hände vor Beginn mit Seife und trocknest sie danach gut ab. Hast du alles vorbereitet und alles griffbereit, kann es auch schon los gehen.

1. Nagellack entfernen und die Reinigung der Nägelunterseiten

Der erste Schritt ist, wenn du gerade noch Nagellack trägst, diesen zu allererste einmal zu entfernen. Hierfür wird immer wieder ein Nagellackentferner ohne Aceton empfohlen, da dieser nicht so aggressiv zu deinen Nägeln ist. Bei mir bleiben immer noch Nagellackrückstände an den Rändern der Nägel über. Um diese Stellen noch besser zu erreichen, nehme ich zum Schluss immer noch einmal etwas Nagellackentferner auf ein Ohrstäbchen um die letzten Rückstände meines Nagellacks zu entfernen. Hast du Dies erledigt, kannst du nun ein Rosenstäbchen nehmen, oder vielleicht hast du auch so etwas „Tolles“ wie ich und reinigst die Unterseite deine Nägel. Hast du auch das geschafft, kannst nun erst einmal deine Hände in der Schüssel mit dem warmen Wasser und der Handbürste waschen und zum Schluss wieder gut abtrocknen.

Als ersten Schrittet solltet Ihr eure Nägel reinigen und von Nagellack befreien.
Als ersten Schrittet solltet Ihr eure Nägel reinigen und von Nagellack befreien.

2. Fingernägel kürzen, formen und polieren

Für das Kürzen und Formen meiner Nägel verwende ich derzeit 3 unterschiedliche Feilen. Zuerst kürze ich meine Fingernägel mit einer groben Feile. Angefangen am äußeren Rand arbeite ich mich jeweils bis zur Mitte vor und danach die andere Seite des Nagels. Nachdem ich alle Nägel auf eine Länge gebracht habe, forme ich sie mit einer gröberen Feile. Ich habe derzeit eine oval bis rechteckige Form. Zum Schluss habe ich eine 4-Step-Feile und damit glätte und poliere ich meine Nägel. Um sicherzugehen, dass ich keine kleinen Kratzer habe, teste ich meine Nägel meistens an meinen Strumpfhosen oder Pullover und poliere gegebenenfalls noch etwas nach.

Am besten kürzt Ihre Eure Nägel mit unterschiedlichen Nagelfeilen.
Am besten kürzt Ihre Eure Nägel mit unterschiedlichen Nagelfeilen.

3. Nagelhaut zurückschieben und entfernen

Die Nagelhaut dient als Schutzschicht, um den wachsenden Nagel vor Schmutz und Bakterien zu schützen. Vergiss das nie und sei immer schön vorsichtig, sonst passiert dir so etwas wie mir. Bevor du die Nagelhaut zurückschiebst und die überschüssige Nagelhaut entfernen kannst, musst du zuerst entweder einen speziellen Nagellack oder ein Gel auftragen, welches die Nagelhaut etwas aufweicht und somit alles etwas leichter zu entfernen geht. Beachte immer die angegebene Einwirkungszeit! Ist die Einwirkungszeit vorüber nimmst du zuerst dein Hufstäbchen und schiebst die Nagelhaut zurück. Sei dabei immer vorsichtig und behutsam. Danach nimmst du den Nagelhautzuschneider und fährst ganz vorsichtig die Nagelhaut entlang. Die „Menge“ der Haut die du dabei entfernst, ist meist nur sehr gering. Danach solltest du deine Hände wieder waschen, um die Rückstände des Nagelhautentferner vollständig zu entfernen.

Nachdem Ihre Eure Nägel gefeilt habt, kommt nun die Nagelhaut. Erst einweichen, dann zurückschieben und den Rest gegebenenfalls entfernen.
Nachdem Ihre Eure Nägel gefeilt habt, kommt nun die Nagelhaut. Erst einweichen, dann zurückschieben und den Rest gegebenenfalls entfernen.

4. Das Olivenölbad

Jetzt kommt der entspannende Teil der Maniküre. Nachdem du deine Hände wieder gut abgetrocknet hast, gönne deinen Nägeln nun ein pflegendes Bad in Olivenöl. Es reicht vollkommen aus, wenn deine Nägel im Olivenöl tunken. Lasse sie nun für 5-10 Minuten in dem Bad. Ist die Zeit vorüber, tupfe deine Nägel am besten mit einem Kosmetiktuch ab. Die Wirkung von Olivenöl ist nicht zu unterschätzen!

5. Nagelwachs zur Pflege und Regeneration

Durch das Auftragen das Nagelwachses, werden deine Nägel und die Nagelhaut noch einmal mehr pflegt. Diesen Schritt kannst du auch gern zwischendurch im Alltag wiederholen. Diese Art der Pflege ist schneller vom Auftragen her, anstelle des Olivenölbades, und gerade wenn du weiche, brüchige, gesplitterte oder Nägel mit Rillen hast, pflegt das Wachs sehr gut und hilft die Nagelhaut sowie den Nagel zu regenerieren. Ich habe jetzt das „nail wax“ von P2, aber auch das Wachs von Rival de Loop soll sehr gut sein. Wenn du es regelmäßig auf deine Nagelhaut und Nagel aufträgst, wirst du schnell merken, wie es deine Nägel pflegt. Ich finde Wachs sehr viel besser von der Anwendung, anstelle von Nagelöl. Denn ein Öl benötigt viel Zeit, bis es eingezogen ist und es bleibt zum Schluss immer ein leichter Film über. Das Nagelwachs hingegen ist eher wie eine Creme und zeiht super schnell ein.

6. Hochglanzpolierfeile – ein glänzendes Finish auch ohne Lack

Damit du auch ohne Nagellack ein glänzendes Finish bekommst, kannst du ganz schnell mit dieser ergonomisch geformten Feile schnell und einfach einen glänzenden und gepflegten Nagel erhalten. Warum gerade diese Art von Polierfeile? Ich liebe den Griff, die Körnung ist minimal und wirklich nur zum Polieren geeignet. Zusammen mit dem Wachs werden kleine Unebenheiten wie Rillen ausgeglichen und zum Schluss glänzen die Nägel, auch ohne Lack. Apropos Lack – gönne deinen Nägeln 2 bis 3 Tage Erholung, bevor du eine neue Farbe ausprobierst. Obwohl ich immer einen Unterlack auftrage, sind meine Nägel, nachdem ich den Nagellack entferne, doch immer etwas angegriffen und benötigen einige Zeit, bis sie wieder regeneriert und gekräftigt sind.

7. Handcreme versorgt die Hände mit Feuchtigkeit und sollte daher bei keiner Maniküre fehlen – vor allem im Herbst und Winter!

Es ist vollkommen egal, für welche Handcreme du dich entscheidet, Hauptsache sie versorgt und pflegt deine Hände mit Feuchtigkeit. Im Herbst und Winter kannst du ruhig öfters zu Handcreme greifen. Wobei es auch schon wieder Meinungen dazugibt, bei zu viel Handcreme, verliert die Haut ihr eigene Funktion eine Fettschicht zu bilden. Aber da wir wissen, dass unsere Hände nur wenige bis gar keine Talgdrüsen besitzen… Schaue wie deine Haut reagiert, und passe deine Pflege daran an.

8. Nagellack auftragen

Du willst nun deinen Lieblingsnagellack auftragen oder eine neue Farbe ausprobieren – dann schaue am besten hier vorbei. Dort habe ich alles schrittweise erklärt, wie du deine Nägel am besten lackieren kannst, wie du den Nagellack „haltbarer“ machst und wie er schneller trocknet.

Bevor Ihr einen Nagellack auftragen wollt, empfehle ich euch einen Unterlack aufzutragen. Eine gute Handcreme rundet die Maniküre zu hause ab.
Bevor Ihr einen Nagellack auftragen wollt, empfehle ich euch einen Unterlack aufzutragen. Eine gute Handcreme rundet die Maniküre zu hause ab.

Das war oder besser gesagt ist meine Hand- und Nagelpflege-Routine. Meine Nägel haben sich verbessert und sehen einfach natürlich schön und gepflegt aus. Mich würde interessieren, wie du deine Nägel / Hände pflegt? Gehst du zur Maniküre, hast du Gelnägel oder hast du einen Geheimtipp, dann schreib mir einfach einen Kommentar.

Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen gepflegten Tag!

Euer Alltagsfrüchtchen